Frauke Moreno, Videos, 2015

Wenn die Malerin Esther Naused mit ihrer Digitalkamera unterwegs ist, um Bilder einzufangen, kann man sicher sein, daß dies nicht in dokumentarischer Absicht geschieht.

Dennoch sind die 6-25 sekundenlangen Filmsequenzen unverfälschte Abbilder der Wirklichkeit, ohne daß der Betrachter imstande wäre, sie als solche wahrzunehmen.

Allein die konsequente Begrenzung des Bildausschnitts bewirkt, daß Alltagsgegenstände und -vorgänge ihren realen Zusammenhängen entrissen werden und zu geheimnisvollen „Ereignissen an sich“ mutieren: ein unruhiges Kaleidoskop voll flüchtiger Formen und Figurationen mit durchaus eigener Dramaturgie, das in E.Nauseds Tuschebildern sein ästhetisches Äquivalent findet.

Während der begleitende Ton „real“ ist, irritieren die Bildfolgen unsere Sehgewohnheiten und enthüllen poetische Fazetten der Wirklichkeit, die der gewöhnliche Blick nicht wahrnimmt, und deren Zauber man sich nicht entziehen kann.

Frauke Moreno